Tag der Sprachen - Hörakademie


Tag der Sprachen


Teilnehmende Klassen: 6B, 6A, 6D und 4D
Dauer: eine Unterrichtsstunde pro Klasse
Ort: Festsaal der Schule
Begleitlehrer: die/der jeweilige BiologielehrerIn der Klasse
Organisatorin: Mag. Wolfbauer Rudolfine

Vortragende: Herr Thomas und Frau Belinda Riedl von der Hörakademie Graz (Statteggerstraße 56)

Themen: Hören – Horchen, Lateralität, Räumliches Hören, Selektivität des Hörens, Gleichgewichtssinn und Hören


Hörakademie

 

Themen

 

 

 

Hören  –  Horchen

 

Hören ist ein passiver Vorgang, das Horchen ist ein aktiver  Vorgang.
Ohne Gehörsinn ist sprachlicher Austausch, der einen Großteil zwischenmenschlicher Kommunikation ausmacht, äußerst problematisch.

 

Sprachentwicklung

 

Der Mensch kann nur das sprechen, was er auch hört. Das bedeutet, Einschränkungen im Hören ziehen Einschränkungen in der Sprache mit sich. Je besser man hört, also die „Ohren spitzt“ und versteht, desto klarer wird die Sprache.
Forschungen ergaben, dass der Mensch auch neuronale Energie benötigt. Dieser „Strom“ wird beim Hören von hohen Tönen erzeugt. Es entsteht dadurch ein Zuwachs von Kreativität und geistige Frische, also im wahrsten Sinne des Wortes „Brain Power“ bzw. „Hirnschmalz“.
Seitigkeit:
Jeder Mensch bevorzugt für verschiedene Tätigkeiten eine Seite. Z.B. beim Schreiben (Rechts- oder Linkshänder). Dies gilt auch für das Ohr. Schall vom rechten Ohr wird in der linken Gehirnhälfte wahrgenommen und Schall vom linken Ohr in der rechten Gehirnhälfte. Der Weg zur rechten Gehirnhälfte ist um ~ 16 cm länger. Hat eine Person das linke Ohr als Führungsohr braucht er länger um etwas wahrzunehmen. 
Man spricht von einer „langen Leitung“.
Da wir zwei Ohren haben, können wir die Einfallsrichtung einer Schallwelle feststellen. Eine frontal einfallende Schallwelle trifft beide Ohren in gleicher Schwingungsphase, eine schräg einfallende dagegen mit einem Phasenunterschied. Vorder- und rückseitiger Einfall der Schallwelle kann durch die Form der Hörmuschel als richtungsempfindliches Empfangsorgan unterschieden werden.
Richtungshören-Versuch „Schnippen“: Bei diesem Versuch konnten die Schüler ihr Richtungshören testen. Sie mussten mit geschlossenen Augen eine Schallquelle orten.
Ergebnis: Alle konnten die Schallquelle ziemlich genau anzeigen.
Eine Abweichung von 3 bis 5 Grad wurde dabei jedoch toleriert.

 

Gleichgewichtstest

 

Das Gleichgewichtsorgan sitzt im Innenohr. Es gibt ein dynamisches und ein statisches Gleichgewicht. Das dynamische hält unseren Körper bei Dreh- und Beschleunigungsbewegungen, das statische hält unseren Körper aufrecht, wenn er in Ruhe ist oder sich in gerader Linie fortbewegt. Gleichgewicht ist immer ein Pendeln um den zentralen Punkt in der Mitte. Wenn die Mitte verrutscht, wird es einem schwindelig. Bei stürmischer Seefahrt meldet das Innenohr brutales Wackeln. Jetzt würde das Gehirn den Gliedmaßen eine Gewichtsverlagerung empfehlen. Aber die Augen, die ins Innere des Schiffes blicken, melden Stillstand. Das Gehirn ist irritiert. Im Härtefall aktiviert es das Brechzentrum, das liegt nah beim Gleichgewichtszentrum.
Beim Blick von oben nach ganz unten wird uns schwummerig, weil sich der gewohnte Winkel von 90 Grad, mit dem wir die Welt in Augenhöhe sehen, in einen 180-Grad Winkel ausdehnt.
Vogel müsste man eben sein. Weil dessen Körperschwerpunkt weit vorn liegt, muss die Muskulatur der dünnen Beinchen äußerst exakt gesteuert werden, damit der „Piepmatz“ nicht vom Baum kippt. Deshalb haben Vögel zwei  Gleichgewichtsorgane, eins im Ohr und eins im Beckenwirbel.
Ein einfacher Versuch, ob der Gleichgewichtsmechanismus richtig funktioniert, besteht darin, bei geschlossenen Augen und geschlossenen Beinen stehend zu verharren. Besteht irgendeine Funktionseinschränkung beginnt der Mensch, hin und her zu schwanken und kann sogar zu Fall kommen.
Kinder, welche kein harmonisches Gleichgewicht haben, sind ständig in Unruhe (Zappelphilipp).
Der Gleichgewichtsversuch kann auch auf einer Bewegungsplatte durchgeführt werden. Dabei gibt es zwei Durchgänge. Jeder Durchgang dauert 20 Sekunden. Das Gleichgewichtsmuster wird dabei aufgezeichnet und ausgedruckt. Die erste Messung findet mit offenen Augen statt, die darauf folgende Messung mit geschlossenen Augen. Während der ersten Messung schaut man auf einen Monitor und versucht das vorgegebene Fadenkreuz auf den in der Mitte platzierten Punkt zu halten.
Das Muster zeigt bei der zweiten Messung meistens einen größeren Schwankungsbereich an. Da bei diesem Durchgang die Augen als Hilfsmittel fehlen. Dieses Ergebnis zeigt den „wahren Wert“ an. Ist der Unterschied zwischen erster und zweiter  Messung sehr groß, dann wird für die Herstellung des Gleichgewichts ein großer Energieaufwand benötigt. Diese Energie geht diesen Personen z.B. für die Konzentration oder Denkvorgänge ab.


 
Jede/jeder Beteiligte bekam zwei Ausdrucke. Sie wurden bei der Übergabe mit dem  jeweiligen Proband besprochen. Schüler und Schülerinnen bei denen es Auffälligkeiten gab, wurden zu einem genaueren, kostenlosen Test in die Hörakademie eingeladen.

     
ausgeglichen
Kompensation mit Hilfe des Sehsinns
schwankend
Vorwärts- Rückwärtsbewegung

 

 

Hörscreening


Die SchülerInnen wurden auf ihr Hörvermögen getestet bei einer Basislautstärke von 30 dB in einem Bereich von 500 bis 8000 Hz.
Ergebnis: die meisten SchülerInnen hören gut, ein paar besonders gut. Nur wenige TeilnehmerInnen zeigten eine Beeinträchtigung des Hörvermögens. Diesen SchülerInnen wurde beim anschließenden Feedback nahe gelegt einen HNO-Arzt aufzusuchen, um den Grund der Beeinträchtigung festzustellen.

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