6B in Wien: Licht ins Dunkel – Sinn ins Leben


Bin ich ein Schauspieler? ... "neeeeeiiiin" ... Bin ich männlich?  "nein" ... *ggg* Lebe ich noch? "Ja“. Die Schūler/-innen der 6b gingen am Freitag, den 5.12.2014, in Wien auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Keine unwesentliche Frage für einen jungen Menschen. Sie sollten aber auch neue Erfahrungen sammeln, als Klasse zusammenwachsen und dabei ihre Werte des täglichen Lebens reflektieren. Dazu zählte, dem Handy weniger Bedeutung zu schenken und die Zugfahrt auch ganz ohne das unverzichtbar erscheinende Elektrogerät zu überstehen. Durch diese Maßnahme kamen bereits nach wenigen Fahrminuten tolle Prozesse in Gang. Frei von der Leber heraus wurden alte Kinderspiele wieder aus der Gedächtnistruhe geholt und erfüllten den Zug – zum Staunen der vor ihren Handys und Laptops sitzenden Erwachsenen - mit Leben. Ja, es darf auch wieder gelacht werden in den Zügen ...

Am Viktor-Frankl-Institut wurden die Schūler/-innen in einem intensiven Workshop in das Leben von Viktor Frankl eingefūhrt. Seine Vergangenheit als Überlebender des KZ sorgte für Diskussion. Es wurden Querverbindungen zwischen seiner Philosophie und dem Leben von Jugendlichen hergestellt. Jeder hat die Möglichkeit, selbst Entscheidungen zu treffen, und damit zum eigenen Zukunftsglück beizutragen.

Nach Sinnsuche wurde es finster. Dialog im Dunkeln ist eine Ausstellung, bei der es nichts zu sehen gibt. In Kleingruppen wurden die Schūler/-innen von blinden oder sehbehinderten Guides durch völlig abgedunkelte Räume begleitet. In diesen sind Alltagssituationen nachgestellt, die durch die Lichtlosigkeit zum reizvollen Abenteuer werden. Einhellige Erkenntnis nach dieser einzigartigen Wahrnehmungserfahrung: Respekt vor den außerordentlichen Fähigkeiten von blinden Menschen. Die Welt kann auch einmal anders wahrgenommen werden und nicht so, wie man gewohnt ist.

Nach einem sinnerfüllten Tag in Wien ging es wieder mit dem Zug und mit einer gesunden Portion Gelächter zurück nach Graz. Die 6b möchte im Frühling wieder einen Tag nach Wien fahren. Um die analoge Kommunikation und das gemeinsame Lachen zu wahren, einigte man sich auf einen handyfreien Schultag, den sog. „Handy-Diät- Tag“.

Info:

*ggg* = dreifaches Grinsen (Netzjargon)

http://www.franklzentrum.org/

http://www.imdunkeln.at/

Johannes Schaflechner, Stefanie Matouschek

 
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